Wir sind noch einmal davongekommen - Schauspiel (Digitale Konzeption & Videodesign)

 

Theaterstück von Thornton Wilder

Inszenierung und Bühne: Marcel Kohler
Kostüm: Natalie Soroko
Dramaturgie: Peter Sampel

Digitale Konzeption und Videodesign: Thilo David Heins
Streaming-Operator: Stefan Arndt
Akustische Regie: Nils Strunk
Sounddesign und Liveton-Mischung: Georgios Maragkoudakis
Licht: David Jäkel

Regieassistenz und Abendspielleitung: Benjamin Kohler
Regiehospitanz: Marie Fuchs

Mit: Oscar Bloch, Sebastian Kremkow, Luiza Monteiro, Steffen Recks, Sandra Julia Reils, Tamara Romera Ginés, Fabio Savoldelli, Berit Vander, Aydin Aydin

 

Stückinfo

Die Welt im Krisenmodus. Die Menschheit in selbstzerstörerischer Ohnmacht. Von allen Seiten Bedrohung durch Kriege, durch die Klimakatastrophe, durch Pandemien. Der Weltuntergang, das unausweichliche Ende naht. Oder vielleicht doch nicht? Werden wir noch einmal davonkommen?

1942 schreibt der US-Amerikaner Thornton Wilder mit "Wir sind noch einmal davongekommen" ein Stück über die von Katastrophen geplagte Menschheit und den Kampf des ständigen Neuanfangs. 2020 plante der Abschlussjahrgang Schauspiel der Theaterakademie August Everding unter der Regie von Marcel Kohler, diesen brandaktuellen Stoff neu zu erforschen. Jedoch mussten aufgrund der Corona-Krise die Proben und die Bühnenpremiere der Produktion vorerst leider abgesagt werden.

Stattdessen findet die Premiere nun aber online statt. Das Team erarbeitet unter Einbeziehung dieser theatralen Ausnahmesituation Wilders Stück über Videokonferenzen. Die Produktion wird zum geplanten Premierendatum am 16. April live in den einzelnen Wohnungen der Schauspieler*innen gespielt und kann über den YouTube-Kanal der Theaterakademie gestreamt werden.

Wie gestaltet sich ein Theaterabend, der ohne physischen Kontakt allein in Isolation entstanden ist? Welchen Einfluss hat die aktuelle Krisensituation auf ein Stück, in dem die Figuren von einer Krise in die nächste gestoßen werden? Wo vereinen sich theatrale Fiktion und Realität? Und inwieweit profitiert der Stoff vielleicht sogar von dieser ganz speziellen und neuartigen Form des Theatermachens?

Text: Theaterakademie August Everding

 

Presse:

Süddeutsche Zeitung, 19.04.2020
„Die Studierenden der Theaterakademie verlegen ihre Abschlussinszenierung "Wir sind noch einmal davongekommen" ins Netz. Sie beweisen: Theater ist auch digital möglich. [...] Die Premiere auf Youtube sehen dann rund 1000 Menschen. Mit großem technischem Aufwand werden die neun Spieler zusammengeschaltet. Perfekt getimt reichen sie einander vermeintlich Taschentücher und Küsschen ins Nachbarfenster. Die zu Fratzen geschminkten Gesichter, stets nah an der Kamera, sind die Hauptakteure dieser Inszenierung. […] Das Stück funktioniert als Video-Kunst sehr gut, ist rasant und witzig, die Isolation und eingeschlossener Wahnsinn der Figuren kommen tatsächlich rüber, wenn die Spieler irr in die Linse glotzen. […]“

Abendzeitung München, 17.04.2020
„[...] Ja, so kreativ kann man sich im Rahmen der mittlerweile allseits bekannten Ästhetik der Live-Videokonferenzen etwas Irres zusammenbasteln: neue Gesichter, neue Identitäten, ja, eine neue Form des Theaters.[...] Was es für Möglichkeiten gibt, die Grenzen der Kästchen zu sprengen, von einem Bild ins andere zu spielen, haben Regisseur Kohler und sein Team ausgiebig ausgetestet: Da wird in dem einen Quadrat ein Kuss geschmatzt und im anderen landet ein Kussmund auf der Backe. Oder hier gießt die Frau des Hauses ein Getränk ein, dort landet die Flüssigkeit in der Tasse des Gastes. [...] Das Corona-gebeutelte Theater versucht sich in die Live-Cam-Performance zu retten und macht sich die Stilmittel des (Stumm-)Films zu Eigen. Was letztlich herauskommt, ist: ebenfalls ein Film, in kleinen Kästchen. Wenn er so rasant und ideenreich abläuft, schaut man sehr gerne zu.“

Die Deutsche Bühne, 17.04.2020
„[...] Und so sind diese 60 Minuten für gut 900 Zuseher via YouTube-Kanal der Theaterakademie ein multimedialer Spaß mit doppelt ernstem Hintergrund. [...]“

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Fotos: Standbilder aus der digitalen Aufführung

 

Trailer: Thilo David Heins